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22. Juli 2019

Von digitalen und anderen Persönlichkeiten

«In tech­ni­scher Sicht ist die Ver­bil­li­gung von äus­se­rem Spei­cher­platz das Haupt­er­eig­nis der Gegen­wart. Die leben­den Gedächt­nis­se werden in diese Ent­wick­lung hin­ein­ge­zo­gen. Was für Folgen das hat, ahnt man, wenn man sich klar­macht, dass die leben­den Gedächt­nis­se übli­cher­wei­se Per­sön­lich­kei­ten heissen.» Peter Slo­ter­di­jk, Zeilen und Tage

Welchen Ein­fluss auf die Per­sön­lich­keit digi­ta­le Gedächt­nis­se haben können, sehen wir auf Platt­for­men wie Insta­gram und Face­book. Es muss ziem­lich anstren­gend sein, immer perfekt aus­zu­se­hen und sich täglich neu zu insze­nie­ren. Als Geschäfts­mo­dell zahlt es sich momen­tan für viele aus. Mög­li­cher­wei­se werden wir in zwanzig Jahren aus­führ­li­che Studien lesen zu den Spät­fol­gen für die Per­sön­lich­keit von Pro­du­zen­ten und Kon­su­men­ten solcher Inhalte.

Wie viele dieser aus einer Person destil­lier­ten «Marken», die auf Social Media geboren sind, in zwanzig Jahren noch exi­stie­ren, können wir nur ver­mu­ten. Es werden wohl nicht allzu viele sein. Denn im Netz gilt das­sel­be wie offline: Ver­trau­en gewinnt, wer authen­tisch kom­mu­ni­ziert. Will heissen, Auf­tritt und Inhalt passen zur Per­sön­lich­keit. Mehr noch, sie sind Aus­druck der Per­sön­lich­keit.

Unter­neh­men, die ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on haupt­säch­lich nach der schnelllebi­gen Insta-Welt aus­rich­ten und nicht in ihre Cor­po­ra­te Iden­ti­ty inve­stie­ren, gehen ein Risiko ein. Ähnlich wie beim Men­schen muss sich auch die Per­sön­lich­keit einer Marke über die Jahre wei­ter­ent­wickeln können. Das Unter­neh­men wird reifer, setzt andere Schwer­punk­te, startet neue Pro­jek­te und ent­wickelt spe­zi­el­le Inter­es­sen. Wenn das Erschei­nungs­bild mit dieser Ent­wick­lung Schritt hält, bleibt die Firma glaub­wür­dig. Sie kann sogar neue Inter­es­sen­ten und poten­zi­el­le Kunden anspre­chen, wenn die Cor­po­ra­te Iden­ti­ty mit ihrer Per­sön­lich­keit wächst. Auch eta­blier­te Unter­neh­men sind nur dann nach­hal­tig erfolg­reich, wenn sie immer wieder neue «Fol­lower» und «Friends» gewin­nen – und dies nicht nur online.

Die Unter­neh­mens­mar­ke wider­spie­gelt die Per­sön­lich­keit eines Unter­neh­mens. Das visu­el­le Erschei­nungs­bild fällt zuerst ins Auge. Ebenso wichtig sind jedoch die Bot­schaf­ten, die kom­mu­ni­ziert werden sollen und die Geschich­ten, die es zu erzäh­len gibt – und die Art und Weise, wie diese ver­mit­telt werden.Stimmen diese Ele­men­te mit der Unter­neh­mens­per­sön­lich­keit überein, ent­steht ein stim­mi­ges Gesamt­bild, das einen blei­ben­den Ein­druck hin­ter­lässt.

Autorin:
Regula Gerber
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