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01.08.2019

Back to the Future - Hype-Technologien, UX und ein Blick über den digitalen Tellerrand

Jährlich hören wir von neuen technologischen Errungenschaften und grossen Begriffen wie KI (Künstliche Intelligenz), autonomen Autos, neuen Cloud Lösungen, von Big Data, Bots, IoT (Internet of Things), vom Responsive Design, Augemented Reality oder der Virtual Reality. Wo stehen wir aber in Wirklichkeit in Bezug auf die Reife dieser neuen Technologien und welche neue grosse Technologie bewegt uns als nächstes? Oder kehren wir bereits wieder zurück zu den einfachen Dingen des Lebens?

Blickt man auf die Themen der letzten Jahre zurück so stellt man fest, dass wir auch heute noch nicht am Punkt angelangt sind wo wir die neuen Technologien ausreichend im Griff haben. Es scheint fast als ob uns die neuen Tech-Errungenschaften so stark beschäftigen, dass sie eher UNS im Griff haben. Trauriges immer noch aktuelles Beispiel: Boeing’s Softwarefehler und die Flugzeug-Crashserie.

Wo steht die künstliche Intelligenz heute wirklich? Offensichtlich noch lange nicht am Punkt wie sie angepriesen wird. KI Chatbots hätten beispielsweise längst – schaut man auf die Meldungen der letzten Jahre aus Silicon Valley zurück – längst Kundendienste ersetzen sollen. KI hätte längst das Marketing revolutionieren sollen. Doch zur Zeit ist man immer noch sehr weit davon entfernt. Und das ist die bittere Realität: KI beginnt erst.

Die heissen Themen des Jahres gehen stark in Richtung „Tech Improvement“ und „Usability“. Bestehende Technologien müssen besser gebaut werden. Der Fokus liegt auf das Designen und Konizpieren von endusergerechteren Lösungen. Ist der grosse Tech-Pioniergeist träge geworden? Oder ist die Abkehr des Tech-Wahnsinns nun ein Lerneffekt aus den Erkenntnissen der letzten Jahre? Gut durchdachtes Design ist wieder da, UX Research ist wieder im Aufwind, Usertesting und Customer Feedback sind wieder grosse Begriffe. Endlich holt man wieder von realen Menschen Feedbacks ein und achtet auf deren „real world“ Bedürfnisse.

Julie Zhuo eine der angesehensten Product Designerinnen bei Facebook schrieb in ihrem Buch: „People will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel, goes the popular saying.” Positive emotionale Erlebnisse im Zusammenhang mit digitalen Produkten, sowie eine klare nachhaltige und ganzheitliche Tech Strategie werden in den kommenden Jahren wichtiger und wichtiger.

Die Usability wird via UX / UI Design verbessert, Funktionen von bestehender Software, Apps und grossen Online Portalen wird endlich tiefgreifender reflektiert, digitale Services werden umgestaltet – alles nicht nur für die Verbesserung der Enduser-Zufriedenheit, sondern auch für mehr Tech-Nachhaltigkeit. Es scheint als erkennt das Valley Schritt für Schritt, dass die Problemen der Gegenwart nicht ignoriert werden können.

Jared Spool, ein führender UX Experte und Begründer des User Interface Engineering (UIE) schrieb kürzlich auf Twitter: „The hot UX job right now is User Experience Manager. It’s a sign that things are changing for the better. UX is growing in importance inside many organizations.“.

Technologien müssen jetzt wieder sinnvoller und nachhaltiger in das Leben der Menschen integriert werden. Herausforderungen wie ein vollumfänglicher Datenschutz, der überprüfbare Schutz der Privatsphäre und der Einbezug der lokalen Wirtschaft sind die grossen Arbeitsschwerpunkte. Es ist Zeit, die grossen Technologien zu überarbeiten und Dinge besser zu machen.

AUTOR:

Mich Rettenmund

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